Schlafmedizin

Inspire Therapie –
Trotz obstruktiver Schlafapnoe endlich wieder durchschlafen

Obstruktive Schlafapnoe führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens und kann im schlimmsten Fall gravierende Folgeerkrankungen auslösen1. Eine geeignete Therapie der schlafbedingten Atmungsstörung kann die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern.

Die Inspire Therapie mit dem Zungenschrittmacher ist eine klinisch erprobte Behandlungsmethode der obstruktiven Schlafapnoe. Über 12.000 Patienten weltweit wurden bereits erfolgreich mit der Inspire Therapie behandelt. Sie wird als Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden bei mittlerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe (15-50 Atemaussetzer pro Stunde) und fehlenden anatomischen Auffälligkeiten von der Deutschen Gesellschaft für
Schlafmedizin und Schlafforschung als Zweitlinien-Therapie empfohlen.

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Wer ist für die Inspire Therapie geeignet?

Die Inspire Therapie ist für Betroffene geeignet,
• die unter einer mittleren bis schweren obstruktiven Schlafapnoe leiden.
• bei denen eine CPAP-Therapie nicht ausreichend wirkt oder denen die Maske Probleme bereitet.
• die nicht stark übergewichtig sind (der BMI sollte nicht über 35 sein).
• die nicht unter schweren neuromuskulären Erkrankungen leiden.
• die unter keinen anderen Schlaferkrankungen wie z. B. Narkolepsie leiden.

Letzten Endes entscheidet ein Experten-Team, bestehend aus Schlafmedizinern und HNOExperten, welche Behandlungsmethode für den Patienten geeignet ist.

Wie funktioniert die Inspire Therapie ?
Das Inspire Therapie System besteht aus einem Atemsensor und einer Stimulationselektrode, die von einem kleinen Generator betrieben wird. Es misst kontinuierlich den Atemrhythmus des Patienten im Schlaf und passt sich der
natürlichen Atemfrequenz an. Bei der Einatmung wird die Zungenmuskulatur – genauer gesagt der Zungennerv (N.
Hypoglossus) – durch eine Elektrode stimuliert. Dadurch wird verhindert, dass die Zunge im Schlaf erschlafft, zurückfällt und die Atemwege verschließt. So kann die Luft ungehindert in die Lunge strömen.

Der Betroffene schaltet das Inspire System mit einer Fernbedienung per Knopfdruck vor dem Zubettgehen ein und am Morgen nach dem Erwachen wieder aus. Atemaussetzer sowie weitere Symptome der obstruktiven Schlafapnoe, wie z. B. Schnarchen, treten nach der Behandlung mit der Inspire Therapie dann seltener auf.

Behandlungsablauf
Die Behandlung mit der Inspire Therapie läuft in vier eng aufeinander abgestimmten Phasen ab, um den Betroffenen von Schlafapnoe den optimalen Therapieerfolg zu ermöglichen.

1. Voruntersuchung:
Ein speziell geschulter Arzt berät den Betroffenen in einem Erstgespräch in einem der Inspire Behandlungszentren. Mit Hilfe schlafmedizinischer Untersuchungen überprüft der Arzt anschließend die Eignung des Betroffenen für die Inspire Therapie, unter anderem durch eine nächtliche Schlafmessung im Schlaflabor. Sind die Untersuchungen
erfolgreich, vereinbaren Arzt und Betroffener einen Termin für die Implantation des Zungenschrittmachers.

2. Implantation:
Das Inspire System wird dem Betroffenen während eines kurzen stationären Aufenthalts von 3 bis 5 Tagen in einem spezialisierten Behandlungszentrum eingesetzt. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose minimal-invasiv, d. h. nicht über eine Operation mit großer Wundöffnung, sondern über lediglich drei kleine Schnitte an Hals und Brustkorb. Noch am Tag der Implantation kann der Patient in der Regel normal essen und sprechen. Die
vollständige Einheilung des Systems dauert etwa 2-4 Wochen.

3. Aktivierung:
Sobald der Zungenschrittmacher vollständig eingeheilt ist, folgt die individuelle Therapieanpassung. In diesem Schritt aktiviert der behandelnde Arzt den Zungenschrittmacher mit Werten, die auf den Betroffenen abgestimmt sind, und gibt dem Patienten eine umfassende Einführung in die Bedienung des Inspire Systems. Danach kann
der Patient den Zungenschrittmacher über eine Fernbedienung abends ein- und morgens wieder ausschalten, die Stimulation anpassen und sich langsam an das neue System gewöhnen. Die meisten Patienten benötigen ein paar Nächte, um sich an das Inspire System zu gewöhnen und bemerken dann nichts mehr von der Stimulation. Nach der
Eingewöhnungsphase von rund 4 Wochen wird das Inspire System im Schlaflabor in einer Einstellungsnacht individuell an die Bedürfnisse des Patienten angepasst und bei Bedarf nachjustiert.

4. Nachsorge:
Die Nachsorge erfolgt einmal jährlich bei dem behandelnden Schlafmediziner oder HNO-Arzt. Bei der ausführlichen Kontrolle werden Batteriestatus und Nutzung des Inspire Systems überprüft und die Therapie gegebenenfalls angepasst.

Wirksamkeit
Die Wirksamkeit der Inspire Therapie wurde in Studien hinreichend belegt:
• 79 % Reduktion der nächtlichen Atemaussetzer durch den Zungenschrittmacher von Inspire.
Die Lebens- und Tagesaktivität der Betroffenen verbessert sich nachweislich. 3
• 90 % der Bettpartner berichten von keinem oder nur noch leichtem Schnarchen.3
• 94 % der Betroffenen geben an, mit der Inspire Therapie zufrieden zu sein.
4
• 80 % der Betroffenen nutzen das Inspire Therapie System konsequent jede Nacht.3
Weitere Informationen über die obstruktive Schlafapnoe und die Inspire Therapie erhalten Sie
unter: www.inspiresleep.de


Quellen:
1 Mayer G., et al. S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. Somnologie
2017;20(S2):97–180.
2 Strollo P., et al. Upper-airway stimulation for obstructive sleep apnea. New Engl J Med.
2014;370(2):39–149.
3 Woodson, BT, Strohl, K P, Soose, R J et al. Upper Airway Stimulation for Obstructive Sleep
Apnea: 5-Year Outcomes. Otolaryngology–Head and Neck Surgery 2018; 159(1):194–202
4 Heiser C, Steffen A, Boon M et al. Post-approval upper airway stimulation predictors of
treatment effectiveness in the ADHERE registry. Eur Respir J 2019; 53(1):1801

 

 

 

Schlafapnoe – Gefahr durch nächtliche Atemaussetzer
Die unterschätzte Volkskrankheit

Unter einer Schlafapnoe versteht man eine Atmungsstörung, die während des Schlafens auftritt. Die Krankheit ist noch gar nicht so lange bekannt: Sie wurde erstmals in den USA in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts beschrieben. Dabei war sie schon damals keine Seltenheit. Inzwischen ist sie längst zur Volkskrankheit geworden.

In Deutschland sind etwa 3,7 Millionen Menschen von dieser Erkrankung betroffen.1
Dabei sind Männer zwischen 40 und 70 Jahren am stärksten gefährdet.
Es gibt zwei unterschiedliche Formen der Schlafapnoe: die obstruktive und die zentrale.
Gemeinsamkeit sind wiederholte Atemaussetzer während des Schlafs, die Behandlung
jedoch ist unterschiedlich.

Formen der Schlafapnoe
• Die obstruktive Schlafapnoe …
ist die häufigste Form. Hierbei erschlaffen die Zungenmuskulatur und das umliegende Gewebe während des Schlafes. Durch das Zurückfallen der Zunge werden die oberen Atemwege verschlossen und die Atmung
setzt für einen längeren Zeitraum, d. h. mehr als 10 Sekunden, aus. Der damit einhergehende Sauerstoffmangel führt zu häufigen Aufwachreaktionen während der Nacht. Die Behandlung der obstruktiven Schlagapnoe zielt darauf ab, die oberen Atemwege offen zu halten.

• Die zentrale Schlafapnoe …
beruht auf einer Störung im zentralen Nervensystem (ZNS), die dazu führt, dass die Atemmuskulatur von Brust und Zwerchfell nicht richtig arbeitet. Der ZNS-Störung können unterschiedliche Erkrankungen zugrunde liegen. Ein Schlaganfall oder eine Herzschwäche, aber auch durch Zecken übertragene Bakterien können Ursachen einer zentralen Schlafapnoe sein. Durch die Behandlung der verantwortlichen Grunderkrankung lässt sich die Schlafapnoe bessern.

• Sehr selten kommen Mischformen …
aus obstruktiver und zentraler Schlafapnoe vor. Obstruktive Schlafapnoe (OSA) erkennen und behandeln.
Jeder Atemstillstand, der sich während des Schlafs ereignet, löst im Gehirn eine Weckreaktion aus. Richtig wach wird der Schläfer jedoch nicht, sondern er schläft – nachdem er tief durchgeatmet hat – augenblicklich wieder ein. Von den gefährlichen Zwischenfällen bekommt er meistens gar nichts mit. Erst am nächsten Morgen merkt der
Betroffene, dass etwas nicht stimmt: Obwohl er stundenlang geschlafen hat, fühlt er sich nicht erholt. Wie gerädert wacht er auf und ist den ganzen Tag über müde. Er kann sich nicht konzentrieren und es kann zu dramatischen Leistungseinbrüchen kommen.

Menschen mit schweren Formen der Schlafapnoe fühlen sich so schlapp, dass ihnen die einfachsten Alltagstätigkeiten schwerfallen. Und das Tückische dabei ist: Die Betroffenen selbst merken oft lange Zeit gar nicht, dass etwas nicht stimmt. Oft sind es die Partner oder Partnerinnen, die hellhörig werden. Hellhörig im wahrsten Sinne des Wortes, denn viele Menschen mit OSA schnarchen laut. Schnarchen kann harmlos sein, es kann aber auch
eine obstruktive Schlafapnoe dahinterstecken. Deshalb sollte in jedem Fall bei einem Arztbesuch abgeklärt werden, ob das Schnarchen mit Atemaussetzern verbunden ist oder nicht.

Symptome und mögliche Folgeerkrankungen

Folgende Symptome sind typisch für die obstruktive Schlafapnoe:
• lautes Schnarchen (meistens)
• Tagesmüdigkeit (fast immer)
• unruhiger Schlaf, Schlafstörungen
• Kopfschmerzen am Morgen
• Konzentrationsschwäche
• Leistungsabfall
• depressive Verstimmungen (häufiger bei Frauen)

Aufgrund der Vielzahl an Symptomen wird die Erkrankung häufig gar nicht oder erst sehr spät diagnostiziert.
Ohne eine adäquate Behandlung erhöht sich das Risiko für Betroffene deutlich, Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Diabetes Typ II zu entwickeln oder einen Schlaganfall zu erleiden.3,4 Die Vielzahl an Folgeerkrankungen ist nicht verwunderlich, denn: Die nächtlichen Atemaussetzer sind für den Körper purer Stress, der den Hormonhaushalt empfindlich durcheinander bringen kann. Die häufig auftretende
Tagesschläfrigkeit erhöht zudem das Risiko für einen Sekundenschlaf und daraus resultierende Verkehrs- und Arbeitsunfälle. Die Lebensqualität der Betroffenen ist deutlich eingeschränkt.

Diagnose
Eine erste Diagnose der obstruktiven Schlafapnoe kann anhand von OSA-spezifischen Fragebögen vorgenommen werden, in denen typische Symptome abgefragt werden. Erhärtet sich der Verdacht, wird der Betroffene von seinem Hausarzt in ein Schlaflabor überwiesen. Um die Diagnose zu bestätigen oder zu verwerfen, wird dort im Rahmen einer Polysomnographie unter anderem der Blutsauerstoffgehalt sowie die Anzahl der Atemaussetzer des Patienten im Schlaf gemessen.

Behandlung
Um mögliche Folgeerkrankungen der OSA zu vermeiden, sollte die Atmungsstörung so früh wie möglich erkannt und behandelt werden. Es gibt verschiedene Therapieoptionen, die einer obstruktiven Schlafapnoe effektiv entgegenwirken. Die Auswahl der Behandlungsmethode erfolgt durch ein Experten-Team und basiert auf den anatomischen Voraussetzungen des Patienten sowie dem Schweregrad der OSA.

Therapieoptionen
Die Standardbehandlung einer obstruktiven Schlafapnoe erfolgt mittels der sogenannten CPAP-Therapie. Dabei wird während des Schlafes durch eine eng sitzende Maske ein dauerhafter Überdruck im Rachen erzeugt, um Atemaussetzer zu vermeiden. Diese Methode ist jedoch oft mit unerwünschten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Mundtrockenheit verbunden. Viele Patienten tragen die Maske jedoch nicht konsequent in jeder Nacht wie es von Medizinern gefordert ist, da sie als irritierend und unangenehm empfunden wird. Der Therapieerfolg wird dadurch deutlich reduziert.

Eine neue Behandlungsmöglichkeit stellt die Inspire Therapie dar: Das ist eine innovative Alternative für
Patienten mit mittlerer bis schwerer OSA (15-50 Atemaussetzer pro Stunde), die eine klassische Therapie mit Beatmungsmaske nicht vertragen oder mit dieser nicht behandelt werden können. Bei diesem Therapieansatz wird der Zungennerv durch elektrische Impulse atemsynchron stimuliert, sodass der Zungenmuskel nicht erschlafft und die damit verbundenen Atemaussetzer ausbleiben.

Bei einer leichten bis schweren OSA kann sich ein angepasster Lebensstil positiv auf die Erkrankung auswirken. Gewichtsreduktion, regelmäßige sportliche Betätigung oder eine Änderung der Schlafposition können den Zustand der Betroffenen verbessern. Außerdem können die Symptome durch das Tragen einer Unterkiefer Protrusionsschiene gelindert werden. Die Zahnschiene sorgt dafür, dass der Unterkiefer vorverlagert und der Atemweg in der Nacht freigehalten wird. Auch eine Operation kann in Einzelfällen bei einer OSA helfen.
Dabei werden entweder bestimmte Gewebestrukturen aus dem Luftweg des Patienten entfernt oder die Knochenstruktur des Kiefers verlagert, um den Atemweg offenzuhalten. Die Wirksamkeit der Protrusionsschiene und des operativen Eingriffs wird jedoch auch kritisch gesehen.

Weitere Informationen über die obstruktive Schlafapnoe und die Inspire Therapie erhalten
Sie unter: www.inspiresleep.de

 

Quellen:
1 Punjabi, Naresh M. The Epidemiology of Adult Obstructive Sleep Apnea. Proceedings of the
American Society. 2008; 5 (2), 136- 143.
2 Knauert, M., Naik, S., Gillespie, M. B., & Kryger, M. Clinical consequences and economic
costs of untreated obstructive sleep apnea syndrome. World Journal of
Otorhinolaryngology-Head and Neck Surgery; 2015 1(1), 17-27.
3 Bradley TD, Floras JS. Obstructive Sleep Apnea and its cardiovascular consequences.
Lancet 2009;373: 82–93.
4 Durgan DJ and Robert MB. Cerebrovascular consequences of obstructive sleep apnea. J
Am Heart Assoc 2012;1.4:e000091.
5 Barger LK, Rajaratnam SM, Wang W, O‘Brien CS, SullivanJP, Qadri S et al.. Common sleep
disorders increase risk of motor vehicle crashes and adverse health outcomes in firefighters. J
Clin Sleep Med. 2015; 11, 233–240.
6 Mayer G., et al. S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. Somnologie
2017;20(S2):97–180.
7 Strollo P., et al. Upper-airway stimulation for obstructive sleep apnea. New Engl J Med.
2014;370(2):39–149.

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